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Tipps der LZK BW zur Praxisführung: Praxisbegehung - Was nun?


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Der GOZ-Ausschuss der LZK informiert

Der GOZ-Ausschuss der LZK informiert

Die Bedeutung der Nummer 2197 für die Liquidation kieferorthopädischer Maßnahmen

Die Nummer 2197 „adhäsive Befestigung (plastischer Aufbau, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer etc.)“ ist nie aus sich heraus indiziert und ganz alleine ansetzbar, sondern sie weist alle Merkmale eines Zuschlags auf.

Regelmäßig weigern sich Beihilfe und Versicherungen seit Einführung der GOZ 2012, die Nummer 2197 im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung zu erstatten.

Schmelz-Dentin-Adhäsivtechnik. Anders als zum Beispiel beim Zuschlag nach Nummer 0120 für definierte, selbstständige Leistungen mit einem Laser, ist die Leistungsaufzählung bei der Nummer 2197 nicht begrenzt, sondern kann mit jeder in Schmelz-Dentin- Adhäsivtechnik (SDA-Technik) durchgeführten Grundleistung angesetzt werden. Sie beschreibt die Methode zur Durchführung einer Leistung – nicht die Leistung selbst.

In der Klammer hinter der Leistungsbeschreibung der Befestigungsmethode sind einige Beispiele aufgezählt, die durch die Verwendung des „etc.“ keinesfalls abschließend gemeint sein können. Im Rahmen einer KFO-Behandlung fällt die Nummer 2197 je nach verwendetem Verfahren beim Eingliedern eines Klebebrackets (Nummer 6100), eines Bandes (Nummer 6120), eines Drahtes oder Glasfasergewebes zum Zwecke der Retention (Nummer 6100), oder auch eines Lückenhalters (Nummer 6240) zur Berechnung an.

Keine Anerkennung. Leider begründen die erstattenden Stellen ihre Weigerung, den Zuschlag nach Nummer 2197 anzuerkennen, nicht mit dem Hinweis auf eigene Erstattungsregeln im Sinne einer Teilkaskoversicherung, sondern bezichtigen den liquidierenden Zahnarzt der Falschanwendung: „Die/der darf das nicht!“ Grundton: „Brackets wurden immer schon adhäsiv befestigt“, oder „…die Leistung nach Nummer 6100 wird in der Aufzählung nicht genannt“, und überhaupt nicht nachvollziehbar: „…die Nummer 2197 bezieht sich nur auf die Vorbereitung eines zerstörten Zahnes mit plastischem Aufbaumaterial (2180) oder durch einen Schraubenaufbaus oder Glasfaserstifts o. Ä. (2195) zur Aufnahme einer Krone“.

Begründungen. Ein Blick in die Begründungen des BMG zur GOZ 2012 hilft weiter. Hier steht: „Die Leistung nach der Nummer 2197 bildet den Mehraufwand für eine adhäsive Befestigung zum Beispiel eines plastischen Aufbaumaterials (Nummer 2180), oder eines Schraubenaufbau bzw. Glasfaserstift (Nummer 2195) ab.“

Das Motiv für die Einführung der neuen Gebührennummer durch den Autor des BMG lag offensichtlich darin, das aufwändigere Verfahren der Befestigung mittels SDA-Technik zu honorieren. Entscheidend jedoch: Aus der Begründung des BMG geht hervor, dass die Aufzählung beispielhaft und nicht abschließend verstanden wird. Weder in den Nummern 2180 und 2195 noch in den Nummern 6100 und 6120 wird die Art der Befestigung beschrieben, sondern lediglich von „Vorbereitung eines zerstörten Zahnes“ bzw. „Eingliedern“ gesprochen. Für all diese Leistungen gilt: Wird die Fixierung nicht mit Zementen, sondern mittels SDA-Technik durchgeführt, kann die Nummer 2197 angesetzt werden.

Fehleinschätzung. Am besten lässt sich die Fehleinschätzung der erstattenden Stellen am Beispiel des Veneers verdeutlichen: Genau wie zum Beispiel Brackets werden Veneers schon seit Jahren mit speziellen Kompositen adhäsiv befestigt, wodurch sich die Haftkraft im Vergleich zur Fixierung mit Zementen erheblich steigern lässt. Für die Behauptung der erstattenden Stellen, keine Berechnung der 2197 neben Leistungen, bei denen die SDA-Technik Bestandteil der Leistung sei, ist damit ein gegenteiliger Präzedenzfall aufgezeigt, der nicht umgedeutet werden kann!

Berechnungsmöglichkeiten. Die Häufigkeit der Berechnung ist nicht vom Zahn oder der Sitzung abhängig. Bei der Fixierung eines Bandes in SDA-Technik ist die Nummer 2197 einmal berechenbar. Wird jedoch ein Bracket auf der Bukkalfläche und zugleich ein weiteres Klebeattachment auf der lingualen Seite eingegliedert, ist die 2197 zweimal berechnungsfähig. Die Fixierung an verschiedenen Stellen eines Zahnes ist nicht zusammenhängend und somit pro Attachment ansetzbar.

Dem Zahnarzt ist zu raten, die Berechnungsmöglichkeiten, welche ihm in der Gebührenordnung eröffnet werden, konsequent anzuwenden. Die erstattenden Stellen würden bei der Nummer 2197 nicht zum ersten Mal eine anfängliche Blockadehaltung aufgeben, wenn sie sich mit einer von zahnärztlicher Seite konsequenten Haltung konfrontiert sehen!

Autorenteam des GOZ-Ausschusses der LZK BW

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