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Inhalte von 2010-04

Selbstverwaltung aktiv: Dr. Uwe Lückgen, Sprecher des Landesbeirates

„Die Einbindung des Ehrenamts ist gelungen“


Neue Strukturen müssen sich erst etablieren: Mit der Fusion der vier KZVen in Baden-Württemberg zur KZV BW im Jahre 2005 wurde nicht nur eine zentral-dezentrale KZV-Struktur neu geschaffen. Zusätzlich zu den gesetzlich vorgesehenen Organen des hauptamtlichen Vorstandes und der Vertreterversammlung (VV) gibt es den Landes-beirat – einen mit Ehrenamtsträgern besetzten Ausschuss mit Beratungsfunktion. Der Sprecher des Landesbeirates, Dr. Uwe Lückgen, nimmt im ZBW-Interview Stellung zu Auftrag, Arbeit und Einfluss des Landesbeirates.


ZBW: Der Landesbeirat war als Gremium vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. Baden-Württemberg wollte aber das Ehrenamt nach wie vor in die Arbeit der KZV BW einbinden. Ist das gelungen?

Dr. Lückgen: In der Tat hatte der Gesetzgeber einen Landesbeirat in den Strukturen der KZVen nicht vorgesehen. Umso erfreulicher, dass es gelungen ist, in der Satzung der KZV BW dieses Gremium zu installieren. Einschränkend allerdings ohne Entscheidungskompetenz. Dies ist den Organen Vorstand und Vertreterversammlung vorbehalten. Die Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der vier Bezirke haben aber als Mitglieder des Landesbeirates auf verschiedenste Weise engen Kontakt zum hauptamtlichen Vorstand. Eine Einbindung des Ehrenamtes in die Arbeit und die strategische Ausrichtung unserer KZV ist damit aus meiner Sicht gewährleistet.


Auf welche Weise werden Sie in die Fragestellungen und Diskussionen eingebunden?

Wie schon erwähnt, besteht ein enger Kontakt zwischen den Mitgliedern von Vorstand und Landesbeirat. Es finden regelmäßig gemeinsame Sitzungen statt. Jedes Mitglied im Landesbeirat hat bestimmte Aufgaben – wir sprechen von Spiegelreferaten, z. B. Honorarverteilungsmaßstab (HVM), Finanzen, Vertragswesen – übernommen und steht damit im Austausch mit dem für den Bereich zuständigen Vorstandsmitglied. Gleiches gilt für die Vorsitzende des Vorstandes und den Sprecher des Landesbeirates. So ist gewährleistet, dass der Landesbeirat in alle maßgeblichen Entscheidungen, die KZV betreffend, eingebunden ist.


Welchen Auftrag hat der Landesbeirat, welche konkreten Aufgaben?

Der Landesbeirat hat die Aufgabe, den Vorstand und die Vertre-terversammlung zu beraten. So steht es als Auftrag formuliert in der Satzung. Durch die bereits beschriebenen Verbindungen zwischen Vorstand und Landesbeirat ergeben sich die weiteren Aufgaben und vor allem ein Dialog, der allerdings von beiden Seiten gelebt werden muss. Auch ohne direkte Entscheidungskompetenz sehe ich den Landesbeirat als richtungweisendes, politisches Gremium in der KZV BW. Schließlich sind die Mitglieder des Landesbeirates auch Delegierte in der VV und Meinungsbildner in ihren Bezirksgruppen.


Wie intensiv nutzen Sie Ihre Multiplikatorenfunktion zwischen Vorstand und Vertreterversammlung und umgekehrt?

Neben den erwähnten gemeinsamen Sitzungen gibt es auch regelmäßig interne Sitzungen des Landesbeirates. Hier werden alle wichtigen Themen und auch zu treffende Entscheidungen vorbesprochen. Der Landesbeirat bereitet außerdem Konzepte für die strategische Ausrichtung unserer KZV vor. Beispielhaft seien hier die Themen Selektivverträge oder Gestaltung des HVM genannt. Die Multiplikatorfunktion kann dann in beide Richtungen, sowohl Vorstand als auch Vertreterversammlung gehen. Oder in den Bezirksgruppen, in denen Entscheidungen der VV vorbesprochen und vorbereitet werden. Aus dem Gesagten wird auch deutlich, wie wichtig der Landesbeirat als Bin-deglied zwischen Vorstand und VV agiert. Ohne den Landesbeirat wäre die KZV in ihrer Flexibilität eingeschränkt. Die VV tagt in der Regel zwei Mal jährlich und es macht keinen Sinn, ständig außerordentliche VVen einzuberufen.


Kommen Anregungen für Ihre politische Arbeit auch direkt von der Basis?

Auf jeden Fall. Die Vorsitzenden in den vier Bezirken, die ja den Landesbeirat bilden, sind für mich auch „Transmitter“ zwischen der zahnärztlichen Basis und dem Vorstand. In manchen Bezirken finden regelmäßig Besprechungen zwischen den Bezirks- und den Kreisvorsitzenden statt. Die Kolleginnen und Kollegen haben die Möglichkeit, Anregungen und Kritik über die VV-Mitglieder an die Bezirksvorsitzenden weiterzuleiten. Das funktioniert und gewährleistet Basisnähe.


Wenn ja, wie fließen diese in Besprechungen mit dem Vorstand ein?

Selbstverständlich gelangen Anregungen und Kritik dann über die beschriebenen Wege an den Vorstand. Außerdem nutzen auch die Mitglieder des Vorstandes zum Beispiel auf Kreisversammlungen den Kontakt zur Basis.


Zitat


„Die KZV BW muss als Dienstleister ihre Mitglieder in der täglichen Arbeit unterstützen und entlasten. Für mich geht das am besten durch Verhinderung weiterer Zentralisierungstendenzen und durch Erhalt und Stärkung regionaler Kompetenzen.“


Dr. Uwe Lückgen
Sprecher des Landesbeirates
der KZV BW


Welche Ziele wollen Sie für die Vertragszahnärzte in Baden-Württemberg erreichen?

Die letzten ein bis zwei Jahre haben für den vertragszahnärztlichen Bereich eine Menge Veränderungen mit sich gebracht. Denken Sie nur an die neuen Kooperationsmöglichkeiten durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz oder aktuell an das hochsensible Thema Selektivverträge. In meinem Bezirk (Karlsruhe; Anm. d. Red.) habe ich auf den gerade beendeten, sehr gut besuchten Kreisversammlungen aus den Diskussionen mit den Kolleginnen und Kollegen einiges mitgenommen. Die Basis ist sehr beunruhigt über die Entwicklungen im Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung. Die Kolleginnen und Kollegen haben Vertrauen in die von ihnen gewählten Vertreter.

Sie erwarten in dieser schwierigen Phase aber eindeutig die Unterstützung durch ihre KZV. Dafür muss die KZV BW gestärkt werden. Wir müssen deshalb alles unternehmen, die KZV BW zukunftsfähig zu machen. Die KZV BW muss als Dienstleister ihre Mitglieder in der täglichen Arbeit unterstützen und entlasten. Für mich geht dies am besten durch Verhinderung weiterer Zentralisierungstendenzen und durch Erhalt und Stärkung regionaler Kompetenzen.


Vielen Dank für das Gespräch.

» guido.reiter@kzvbw.de

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